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Wichtige Begriffe für Unternehmer - einfach erklärt

Liquiditätsplanung & Liquiditätsmanagement

Die Finanzen eines Unternehmens sind immer dynamisch, und auch Perioden mit erhöhten Ausgaben und langwierigen Aufträgen gehören dazu. Im alltäglichen Geschäft und den damit verbundenen Herausforderungen kann es aber leicht aus dem Blickfeld geraten, wenn Einnahmen und Ausgaben nicht wie gewohnt ineinandergreifen und sich mittelfristig eine Lücke im Cashflow ergibt. Die Liquidität genau im Überblick zu behalten, ist jedoch für den unternehmerischen Erfolg unerlässlich. Erfahren Sie in diesem Artikel, was genau Liquiditätsmanagement ist, welche Vorteile eine Liquiditätsplanung bietet und wie man einen Cashflow-Plan erstellt.

Was ist Liquiditätsmanagement?

Liquiditätsmanagement ist der Prozess der Verwaltung der Barmittel und anderer Vermögenswerte eines Unternehmens, um die finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Es handelt sich demnach um einen essenziellen Prozess, der darauf abzielt, die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu jeder Zeit zu gewährleisten und so die langfristige Überlebensfähigkeit eines Unternehmens zu sichern. Als Steuerungsgrößen werden in der Praxis häufig Liquiditätskennzahlen genutzt, wie z.B. der Liquiditätsgrad.


Das Liquiditätsmanagement umfasst grundsätzlich folgende Komponenten:

  1. Cashflow-Management: Überwachung und Steuerung von Geldflüssen sowohl in das Unternehmen hinein als auch aus dem Unternehmen heraus. Ziel ist es, immer einen positiven Cashflow zu gewährleisten, um laufende Verbindlichkeiten decken zu können.
  2. Working Capital Management: Verwaltung des Umlaufvermögens und der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Hier ist das Ziel, ein optimales Gleichgewicht zwischen den verfügbaren liquiden Mitteln, Forderungen und Vorräten sowie den kurzfristigen Verbindlichkeiten zu finden.
  3. Liquiditätsplanung und -prognose: Unternehmen müssen ihre zukünftigen Cashflows genau planen und prognostizieren, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden und sicherzustellen, dass stets ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind. Hier direkt mehr zur Liquiditätsplanung.
  4. Risikomanagement: Identifizierung von und Maßnahmen zum Umgang mit Risiken, die die Liquidität eines Unternehmens beeinflussen könnten. Solche Risiken sind z.B. Marktrisiken, Kreditrisiken oder Zinsänderungsrisiken.
  5. Investitionsmanagement: Dies umfasst die effiziente Allokation von überschüssiger Liquidität in rentable Bereiche. Das umfasst meist Investitionen, die zusätzliche Erträge generieren sollen, dabei aber keinesfalls die Liquidität bzw. finanzielle Sicherheit gefährden dürfen.
  6. Forderungsmanagement/Kreditmanagement: Alle Maßnahmen und dessen Verwaltung, die darauf abzielen, dass Forderungen rechtzeitig eingezogen werden, was wiederum die Liquiditätssituation hinsichtlich der Einkommensseite beeinflusst. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Forderungsmanagement
  7. Beziehungspflege zu Banken und Finanzierungspartnern: Gute Beziehungen zu Banken und anderen Finanzierungsinstitutionen sind entscheidend, um bei Bedarf Zugang zu zusätzlichen Liquiditätsquellen zu haben. Maßgeblich ist in diesem Zusammenhang, auf alle Aspekte zu achten, die die Bonität des eigenen Unternehmens beeinflussen können. Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel: „Bonität verbessern: So funktioniert's!

Liquiditätsplanung vs. Liquiditätsmanagement: Wo liegen die Unterschiede?

Die Liquiditätsplanung befasst sich vorwiegend mit der Vorhersage und Planung der zukünftigen Liquiditätssituation eines Unternehmens. Sie umfasst die Erstellung von Prognosen über zukünftige Cashflows, die Analyse von Einnahmen und Ausgaben und die Planung für die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Liquidität, um kurzfristige Verbindlichkeiten zu erfüllen. Eine Liquiditätsplanung ist proaktiv und zukunftsorientiert. Sie beinhaltet die Erstellung von Budgets und Finanzplänen, die sicherstellen sollen, dass das Unternehmen jederzeit über genügend flüssige Mittel verfügt.

Das Liquiditätsmanagement hingegen ist der breitere, umfassendere bzw. übergeordnete Prozess oder Rahmen, der die tatsächliche Steuerung und Aufrechterhaltung der Liquidität in einem Unternehmen umfasst, d.h. hier geht es nicht nur um die Planung, die ein Teilbereich dessen ist, sondern auch um die Durchführung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität. Liquiditätsmanagement ist sowohl reaktiv als auch proaktiv. Das bedeutet: Es reagiert auf aktuelle Liquiditätsbedürfnisse und umfasst auch Maßnahmen zur akuten Krisenbewältigung, wie z.B. die Umstrukturierung von Schulden oder Beseitigung eines finanziellen Engpasses.

Vorteile einer effektiven Liquiditätsplanung bzw. eines Cashflow-Plans

Die Grundlage für ein erfolgreiches Liquiditätsmanagement bildet der Liquiditätsplan (auch Cashflow-Plan genannt). Er umfasst alle wichtigen Informationen zu gegenwärtigen und vergangenen Cashflows sowie die Cashflow-Prognose. Hier ein Überblick über die wichtigsten Vorteile:

  • Transparenz über den Stand des Cashflows: Mit einem Cashflow-Plan kann ein Unternehmen potenzielle Cashflow-Engpässe und -Überschüsse vorhersehen und so fundierte Entscheidungen über Investitionen und Ausgaben treffen.  
  • Bessere Entscheidungsfindung: Ein klares Bild vom Cashflow eines Unternehmens ermöglicht eine genauere Budgetierung und Prognose und damit eine bessere Entscheidungsfindung.  
  • Geringeres finanzielles Risiko: Durch die Vorwegnahme und planbare Abmilderung finanzieller Risiken kann ein Unternehmen die Wahrscheinlichkeit finanzieller Schwierigkeiten verringern.  
  • Bessere Beziehungen zu Finanzinstituten: Ein Cashflow-Plan demonstriert die finanzielle Stabilität und macht Unternehmen für Kreditgeber und Investoren attraktiver.  
  • Gesteigerte Rentabilität: Dadurch, dass unnötige Ausgaben und Einnahme-Möglichkeiten transparenter werden, kann ein Cashflow-Plan das Endergebnis eines Unternehmens verbessern.

Wie erstelle ich einen Liquiditätsplan bzw. Cashflow-Plan?

Eine zeitgemäße Liquiditätsplanung sollte einfach zu handhaben sein. Hierfür gibt es spezialisierte Anbieter, die die Möglichkeiten einer Standard-Excel-Tabelle bei weitem überbieten. 

Die Cashflow-Planerstellung lässt sich bei vielen Anbietern innerhalb der Software automatisieren: Durch die Verknüpfung von Bankkonten und ERP bzw. Buchführungssystem behalten Sie den Überblick, und in einem Dashboard finden sich jederzeit die wichtigsten Kennzahlen zur Liquidität, die in Echtzeit berechnet und aufbereitet werden. Planungsvorlagen helfen bei der professionellen Budget-Erstellung für zukünftige Projekte, die dann fortlaufend den IST-Zahlen gegenübergestellt werden können. 

Mithilfe dieser Analysen lassen sich Optimierungspotenziale schnell erkennen und Berichte über die finanzielle Lage perfekt formatiert im Handumdrehen mit anderen teilen. Ein Beispiel für einen Anbieter einer solchen Software as a Service Lösung (SaaS), der sich speziell auf kleine und mittelständische Unternehmen fokussiert hat, ist tidely

Hier ein Screenshot eines Beispiel-Dashboards dieses Anbieters:

Sollten Sie dennoch zunächst erst einmal auf Basis einer Excel-Lösung starten wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Liquiditätsrechner als Excel-Download.

Um einen Liquiditätsplan erstellen zu können, ist es essentiell, dass Sie wissen, wie hoch die Zu- und Abflüsse an Geld sind, wofür und wann sie anfallen. Anwendungen für das Liquiditätsmanagement verfügen über Schnittstellen und können diese Informationen automatisiert und in Echtzeit für Sie auslesen.

Um Aussagen über den gegenwärtigen und zukünftigen Cashflow treffen zu können, müssen die Daten aufbereitet und geordnet werden. Dafür können Einnahmen und Ausgaben in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, was leicht und anschaulich funktioniert.

In Ihrer Cashflow-Planung sollten auch alle zukünftigen Zu- und Abflüsse an Geldmitteln berücksichtigt werden. Diese ergeben sich beispielsweise aus offenen Forderungen und Verbindlichkeiten oder aus festgelegten Budgets. Intelligente Planungsvorlagen helfen Ihnen bei der Erstellung des Budgets durch eine einfache Projekterfassung.

Nun lässt sich Ihr Cashflow berechnen. Ein positiver Cashflow zeigt einen Cash-Überschuss an, es können beispielsweise Investitionen getätigt werden. Ein negativer Cashflow könnte auf einen Liquiditätsengpass hindeuten. Mit spezialisierten Partnern wie tidely werden diese Berechnungen automatisch vorgenommen und Ihnen werden Informationen zu Ihrer Burn-Rate und weiteren wichtigen Kennzahlen geliefert. 

Die Liquiditätsprognose gibt den zu erwartenden Cashflow an, basierend auf zukünftigen und gegenwärtigen Informationen. Die Cashflow-Prognose – auch Cashflow-Forecast genannt - hilft Ihnen, kurz- und mittelfristige Entscheidungen zu treffen, wie beispielsweise Anpassungen des Produktionsplans, des Personals oder von Projektplanungen. Mittels Planwerten können Sie verschiedene Szenarien modellieren, ganz einfach umsetzen und die Erwartungswerte fortlaufend anpassen.

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