Firmenkredite – Erklärung, Varianten, Vorteile, Nachteile & Alternativen

Das Wichtigste in Kürze

Ein Firmenkredit ist eine Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung, die zur Deckung kurz- bis langfristiger Kapitalbedarfe genutzt werden kann. Es gibt verschiedene Arten von Firmenkrediten. Neben den gängigsten Arten wie Betriebsmittelkredite, Investitionskredite und Kontokorrentkredite existieren viele Sonderformen wie z.B. Mikrokredite, Avalkredite, Gründerkredite, Zessionskredite oder Waren- bzw. Lieferantenkredite. Auch wenn Firmenkredite für viele Unternehmen der klassische Weg zur Liquiditätssicherung oder Investitionsfinanzierung sind, kann es lohnenswert sein, Alternativen zum Firmenkredit – wie zum Beispiel Leasing oder Factoring – auf Ihre Potenziale und Einsatzmöglichkeiten hin zu überprüfen. Im Folgenden erfahren Sie alles, was relevant ist.


Definition Firmenkredit

Der Firmenkredit ist eine von mehreren Finanzierungsarten für Unternehmen, um den – je nach Kreditart – kurz-, mittel oder langfristigen Kapitalbedarf zu decken. Es handelt sich dabei um eine Kreditlinie, die von Banken oder anderen Finanzinstituten bereitgestellt wird, um Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit zu unterstützen. Firmenkredite können für eine Vielzahl von Zwecken verwendet werden, wie beispielsweise zur Finanzierung von Investitionen, zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder zur Deckung von Betriebskosten.


Welche Arten von Firmenkrediten gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Firmenkrediten, die je nach Bedarf des Unternehmens eingesetzt werden können. Zunächst die 3 gängigsten Kreditarten:

  1. Betriebsmittelkredit: Dieser wird zur Finanzierung von kurzfristigen Betriebsausgaben verwendet. Beispiele sind die Bezahlung von Rechnungen, Gehältern und anderen betrieblichen Ausgaben. Dieser Kredit ist in der Regel auf eine Laufzeit von einem Jahr oder weniger begrenzt.
     
  2. Investitionskredit: Ein Investitionskredit dient der Finanzierung langfristiger Investitionen, z. B. für den Kauf von Maschinen, Fahrzeugen, Gebäuden oder anderen wertvollen Vermögenswerten. Je nach Bedarf des Unternehmens kann die Laufzeit eines Investitionskredits variieren, liegt aber in der Regel zwischen 5 und 15 Jahren. Die Laufzeit richtet sich auch nach der Abschreibungsdauer des Wirtschaftsguts.
     
  3. Kontokorrentkredit: Hierbei handelt es sich um eine Kreditlinie, die Firmen für den täglichen Betrieb zur Verfügung steht. Die Firma kann bis zu einem bestimmten Betrag Geld von der Kreditlinie abrufen und es dann zurückzahlen, wenn es wieder liquide Mittel hat. Kontokorrentkredite haben in aller Regel höhere Zinsen als andere Kreditarten und sollten daher nicht dauerhaft in Anspruch genommen werden.

    Hier erfahren Sie mehr zum Kontokorrentkredit


Weiterhin existieren Sonderformen von Firmenkrediten. Hier die am weitesten Verbreiteten: 

  1. Avalkredit:
    Ein Avalkredit dient dazu, Zahlungsverpflichtungen gegenüber Dritten zu garantieren. Dabei ist die Bank oder das Finanzinstitut verpflichtet, für das Unternehmen zu bürgen, wenn es seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Avalkredite werden in der Regel für kurzfristige Verpflichtungen verwendet (z.B. Sicherstellung von Zahlungen für Waren oder Dienstleistungen). 
     
  2. Mikrokredit:
    Ein Mikrokredit bezeichnet ein Darlehen in geringer Höhe, das häufig an (Klein-) Unternehmer oder Selbständige mit niedrigem Einkommen bzw. Umsatz vergeben wird, die aufgrund ihres begrenzten finanziellen Hintergrunds nicht für traditionelle Kredite qualifiziert sind. Die meisten Mikrokredite werden für den Start oder die Erweiterung von kleinen Geschäften genutzt. Mikrokredite haben oft eine kurze Laufzeit, weniger strenge Kreditanforderungen als herkömmliche Bankkredite, dafür aber sehr hohe Zinsen. 
     
  3. Gründerkredit:
    Ein Gründerkredit ist eine Art von Kredit, der speziell für Unternehmer entwickelt wurde, die ein neues Unternehmen gründen oder ein bestehendes Unternehmen erweitern möchten. Dieser Kredit ist für Start-ups und junge Unternehmen gedacht, die möglicherweise nicht über ausreichendes Eigenkapital oder eine etablierte Kreditwürdigkeit verfügen. Die Kreditbedingungen und Zinssätze können je nach Kreditgeber variieren. Beliebt sind hier insbesondere die Darlehen der KfW. Gründerkredite können auch Beratungsdienstleistungen oder Schulungen umfassen, um Start-ups bei der Entwicklung ihres Geschäftsplans zu unterstützen. 
     
  4. Förderkredit:
    ei einem Förderkredit bezieht der Kunde ein zinsgünstiges Darlehen aus öffentlicher Hand. Ein Beispiel ist der KfW-Unternehmerkredit der KfW. Dieser Kredit wird in der Regel nicht direkt bei einer der existierenden Förderbanken, sondern über die eigene Hausbank beantragt, die dann das Darlehen von der Förderbank an Sie als Kunden „durchreicht“. 
     
  5. Zessionskredit:
    Der Zessionskredit ist ein kurzfristiger Kredit, der durch die globale Abtretung offener Forderungen an ein Kreditinstitut gesichert wird. Bei dem Beispiel eines gängigen Zessionskredits wäre der Gläubiger etwa ein Handelsunternehmen, das eine offene Rechnung mit einem Drittschuldner, etwa ein Unternehmenskunde oder Verbraucher, hat. Diese Forderung geht im Rahmen der Zession auf den Zessionar, welcher in der Regel eine Bank oder Finanzdienstleister ist, über.

    Hier erfahren Sie mehr zum Zessionskredit
     
  6. Lieferantenkredit bzw. Warenkredit
    Der Lieferantenkredit (oder auch Warenkredit oder Handelskredit) ist kein Kredit im klassischen Sinn. Er ist eine Form der Finanzierung für Warenumschläge. Hier gewährt der Lieferant als Kreditor seinem Kunden, dem Debitor, einen bestimmten Zahlungsaufschub oder ein längerfristiges Zahlungsziel. Unternehmen gewinnen dadurch Zeit, um den Betrag zur Begleichung der Rechnung einzunehmen. Hauptzweck ist hier, finanzielle Engpässe zu überbrücken und die Liquidität zu schonen. Auch bürokratische Hürden wie SCHUFA-Auskunft und weitergehende Prüfungen der Bonität entfallen, wenn zwischen Kunden und Lieferanten ein Vertrauensverhältnis besteht. Häufig kann auf Sicherheiten verzichtet werden, die bei einem Bankkredit in der Regel gefordert werden.

    Hier erfahren Sie mehr zum Lieferantenkredit


Welche Vorteile haben Firmenkredite?

Firmenkredite bieten Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen. Da sich die Vorteile jedoch je nach Kreditart stark unterscheiden, gehen wir im Folgenden nur auf die allgemeinen Vorteile ein: 

  1. Liquiditätssicherung: Zu jedem Zeitpunkt über liquide Mittel zu verfügen, ist eine betriebswirtschaftliche Voraussetzung, um den Bestand eines Unternehmens zu gewährleisten. Firmenkredite können dazu beitragen, die Liquidität des Unternehmens zu sichern, indem sie das Unternehmen in die Lage versetzen, seine Verpflichtungen zu erfüllen und seine laufenden Kosten zu decken.
     
  2. Investitionsfinanzierung: Firmenkredite können Unternehmen bei der Finanzierung von Investitionen helfen, die zur Steigerung des Umsatzes oder der Produktivität beitragen können. Eine direkte Alternative dazu stellt das Finanzierungsleasing dar. 
     
  3. Steuervorteile: Die Zinsen, die für Firmenkredite gezahlt werden, können in der Regel von den Steuern abgesetzt werden, was für Unternehmen steuerliche Vorteile bringen kann. Im Vergleich dazu ist aber Leasing als deutlich attraktiver einzustufen, da die gesamten Leasingraten in der Regel in voller Höhe (und nicht nur die Zinsen wie beim Firmenkredit) steuerlich voll abzugsfähig sind.

Welche Nachteile haben Firmenkredite?

Es gibt mehrere Nachteile von Firmenkrediten, die ein Unternehmer berücksichtigen sollte:

  1. Zinsen: Firmenkredite sind oft mit hohen Zinsen verbunden. Die Kosten können je nach Kreditgeber und Kreditbedingungen erheblich variieren, was die Gesamtkosten des Kredits erhöhen kann.
     
  2. Einschränkungen: Viele Firmenkredite sind mit Einschränkungen verbunden, wie z.B. in Bezug auf die Verwendung der Kredite oder eine Mindestlaufzeit des Kredits. Diese Einschränkungen können die Flexibilität des Unternehmens bei der Verwendung des Geldes einschränken.
     
  3. Risiko: Ein Firmenkredit birgt ein gewisses Risiko für das Unternehmen, da es sich um eine Verpflichtung handelt, die über einen bestimmten Zeitraum eingegangen wird. Wenn das Unternehmen die Zahlungen nicht leisten kann, kann dies zu einem schlechten Kredit-Score bzw. einer schlechten Bonität und einem höheren Risiko bzw. höheren Kosten für zukünftige Kredite führen.
     
  4. Sicherheiten: In einigen Fällen kann der Kreditgeber Sicherheiten verlangen. Wenn das Unternehmen die Zahlungen nicht leisten kann, kann der Kreditgeber die Sicherheiten einziehen, was zu einem Verlust von Vermögenswerten führen kann. Wer allerdings auf einen sog. Assetfinanzierer setzt (z.B. eine Leasinggesellschaft), der in Bezug auf das zu finanzierende Objekt auch entsprechendes Know-how mitbringt und die Finanzierung dem Zweck anpasst, ist in aller Regel besser dran.
     
  5. Abhängigkeit: Wenn das Unternehmen zu stark von Krediten abhängig ist, kann dies zu einem höheren Risiko führen. Aufgrund hoher Verschuldungskosten und Rückzahlungen stehen weniger finanzielle Mittel für andere Bereiche im Unternehmen zur Verfügung. Im Worstcase tritt eine Überschuldung ein, die einer der Hauptgründe für eine Insolvenz ist. Auch ist zu empfehlen, dass sich ein Unternehmen nicht nur von einem einzigen Kreditgeber abhängig macht. Moderne Unternehmen streben einen „gesunden Finanzierungsmix“ an. Ein Beispiel dazu wäre, dass man neben der Hausbank zusätzlich mit einer bankenunabhängigen Leasinggesellschaft oder Factoringgesellschaft zusammenarbeitet.

Alternativen zum Firmenkredit

Aufgrund der oben genannten Nachteile von Firmenkrediten sollten sich Leiter eines modernen Unternehmens zudem mit alternativen Finanzierungsinstrumenten beschäftigen, um ihre Finanzierung optimalerweise auf mehrere Säulen zu verteilen sowie das Potenzial der jeweiligen alternativen Finanzierungsart erschließen zu können.

Zu den wohl bekanntesten alternativen Finanzierungsformen zählen:


Leasing:

Leasing hat längst seinen festen Platz in vielen Unternehmen, und das nicht nur für die Anschaffung von Fahrzeugen. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: die monatlichen Raten sind in der Regel als Aufwand voll steuerlich absetzbar, bei einem Kredit nur die Zinsen. Ein weiterer positiver Effekt: Das Wirtschaftsobjekt wird nicht bei Ihrem Unternehmen bilanziert, sondern bei der Leasinggesellschaft. Das macht Sie wesentlich flexibler und führt zudem zu einer Verbesserung bestimmter Bilanzkennzahlen.

Mehr erfahren zu Leasing

 

Factoring:

Beim Factoring werden Außenstände in Liquidität umgewandelt, indem offene Forderungen an eine Factoringgesellschaft verkauft werden. Sie als Factoring-Kunde erhalten nach Rechnungsstellung somit unmittelbar ihr Geld. Der große Zusatznutzen: Wer Factoring nutzt, ist zu 100% gegen Forderungsausfälle geschützt.

Mehr erfahren zu Factoring

 

Ein Tipp: Erfahren Sie noch mehr zum Thema in unserem Magazin-Artikel: Liquidität ist gefragt: gibt es Kredit-Alternativen?

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