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Finanzierung ohne Bank: Gibt es Alternativen zum Kredit?

Lesezeit: 9 Min

Unternehmen benötigen Geld - und das eigentlich immer. Gehälter, neue Maschinen oder Fahrzeuge und die allgegenwärtige Steuer wollen schließlich pünktlich bezahlt werden – auch wenn der Kunde mal wieder später zahlt oder das Unternehmen erst am Anfang steht. Der schnelle Zugang zu einem Darlehen, einem Kredit oder anderen schnell verfügbaren Geld-Quellen kann für viele Unternehmen dann im Zweifelsfall überlebenswichtig sein. Und die Abhängigkeit von einer Bank ist in dieser Situation allzu oft mit herben Enttäuschungen verbunden. Somit stellt sich die Frage, ob es Alternativen zum Kredit gibt – ohne Bank?

Geld aus vielen Quellen

Finanzielle Engpässe sind in der heutigen Wirtschaftslage keine Seltenheit. Das Beantragen und der verlässliche Erhalt von liquiden Mitteln wird dann zur Überlebensfrage. Wer sich hier aus mehreren Quellen mit frischem Geld versorgen kann, ist klar im Vorteil – denn Banken reagieren gerade in schweren Zeiten und nicht nur bei hohen Kreditsummen mit eher einer zurückhaltenden Kredit-Vergabepolitik. Die Kreditgeber verhalten sich dabei innerhalb ihres Systems durchaus logisch und konsequent: Sie schauen bei der Vergabe eines Kredits immer erstens auf eine hohe Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung und zweitens auf die Sicherheiten. Ähnlich zur SCHUFA auf dem Privatsektor gibt es hierzu entsprechende Auskunfteien für den Gewerbesektor. Und ebenfalls analog zur SCHUFA ist hierbei das Scoring für eine Vergabe entscheidend. Häufen sich die Ablehnungen, entsteht etwas, was viele unter dem Begriff Kreditklemme zusammenfassen. Woher sollen Unternehmen also die wichtige Liquidität erhalten, wenn die Möglichkeiten des Kredits ausgereizt sind, sie keinen passenden Kredit finden oder die benötigte Kreditsumme vom Kreditgeber nicht bereitgestellt werden kann? Wir stellen Ihnen hier ein paar Alternativen zum Bankkredit vor!

Factoring

Factoring ist eine attraktive Kreditalternative, denn es nutzt die Kraft der Gegenwart und der Zukunft. Während die Scoring-Systeme der Banken zu großen Teilen Zahlen aus der Vergangenheit im Blick haben, nutzt Factoring die im Unternehmen tatsächlich vorhandenen Potenziale. Die Außenstände werden nutzbar gemacht und in Liquidität umgewandelt – eine Form der Innenfinanzierung. Oft reicht der Wert dieser offene Posten und der vorausschauende Blick aus, um Finanzierungen möglich zu machen. Der mit dem Forderungsverkauf in vielen Fällen verbundene 100-prozentige Ausfallschutz der Forderung ist eine zusätzliche Sicherheit, die gerade in schweren Zeiten ein Top-Argument ist. Der Factoring-Kunde erhält sein Geld für die Forderung meist innerhalb von 24 Stunden. Durch die gewonnene Liquidität können Unternehmer ihrerseits von Skonto-Vorteilen profitieren und die Warenkreditversicherung einsparen.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema Factoring

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Leasing

Als Klassiker unter den Finanzierungswerkzeugen und günstige Alternative zum Kredit bei der Bank hat Leasing längst seinen festen Platz in vielen Unternehmen. Für 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen ist es laut Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen sogar die erste Wahl für Investitionen. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die Raten für die Leasingobjekte können nicht nur aus den laufenden Einnahmen bestritten werden – die monatlichen Raten sind zudem auch als Aufwand voll steuerlich absetzbar. Ein weiterer positiver Effekt: Das Objekt wird nicht beim Nutzer bilanziert. Das bedeutet, dass die Eigenkapitalquote mit der Anschaffung nicht absinkt. Hieraus ergibt sich ein entscheidender Vorteil gegenüber der Kreditfinanzierung. Beim Full-Service-Leasing können überdies Services und Reparaturen inkludiert werden. So wird die Investition bis ins kleinste Detail planbar. Kurzum: Eine echte Empfehlung mit günstigen Konditionen!

Hier erfahren Sie mehr zum Thema Leasing

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Sale & Leaseback

Eine weitere Alternative zum Beantragen eines Kredits ist der sogenannte Sale-and-Lease-Back-Vertrag. Hierbei macht ein Unternehmen das Kapital nutzbar, das in den eigenen Immobilien, Maschinen oder dem Fuhrpark gebunden ist, indem es die Objekte an einen Dienstleister verkauft und dann zurückleast. Der verkaufte Leasinggegenstand kann nach dem Verkauf weiterhin im Betrieb genutzt werden, so dass die betrieblichen Abläufe nicht gestört werden. Trotzdem können in kürzester Zeit Geld-Mittel generiert werden. Steuerlicher Vorteile auch hier: Die Leasingraten sind gut planbare Aufwendungen aus den laufenden Einnahmen und können steuerlich als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Kapitalmarkt

Hauptsächlich große Unternehmen führen Kapitalerhöhungen (im Falle von Aktiengesellschaften) durch oder begeben zum Beispiel Anleihen und andere Wertpapiere. Im zweiten Fall können sie das je nach Lage zu weniger als drei, oftmals unter einem Prozent Zinsen tun. Das ist für Großunternehmen eine vergleichsweise komfortable Lage. Diese Quelle können Mittelständler und kleinere Unternehmen in der Regel nicht „anzapfen“, da der Zugang zu aufwändig oder gar versperrt ist.

Gesellschafter

Neben der Einlagenerhöhung durch Gesellschafteranleihen können auch neue Gesellschafter für frisches Kapital sorgen. Dies kann langfristig die absolut richtige Entscheidung sein – oder auch ein Fehler. Jedenfalls ist die Aufnahme neuer Gesellschafter zur Generierung kurzfristiger Liquidität zwar ein denkbares Mittel, die strategischen Überlegungen sollten jedoch im Vordergrund stehen. Ebenfalls interessant ist hierbei die Variante der Mitarbeiterbeteiligung: So erhalten Unternehmen durch Zeichnung von Anteilen durch die eigenen Mitarbeiter langfristiges Eigenkapital, das zudem die Mitarbeiterbindung und -beteiligung stärkt. Die Möglichkeiten hierzu wurden erst jüngst vereinfacht.

Finetrading

Finetrading ähnelt auf den ersten Blick dem Factoring, da es auch eine Vorfinanzierung darstellt. Es ist allerdings im engeren Sinne kein Finanzierungsinstrument, sondern eher ein Handelsgeschäft: Der eigentliche Käufer einer Ware ist dabei der Auftraggeber des Finetraders. Somit handelt es sich beim Finetrading nicht um einen Forderungsankauf aus Sicht des Lieferanten, sondern um eine Form der Vorfinanzierung für den Käufer. Bei dieser Alternative muss aufgrund von Dokumentationspflichten und rechtlichen Prüfungen mit einem erhöhten Komplexitätsgrad gerechnet werden.

Mezzanine-Finanzierung

Mezzanine-Finanzierungen sind eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital und damit sogenanntes Hybridkapital. Der Begriff „Mezzanine“ (wörtlich „Zwischengeschoss“) deutet auf eine Finanzierungsform zwischen dem voll haftenden Eigenkapital und einem erstrangigen Darlehen. Kurz gesagt: Anstelle eines klassischen Kredits bei einer Bank nimmt das Unternehmen ein Darlehen bei Investoren auf. Vor allem durch die immer vorsichtigere Kreditvergabe der Banken durch Basel II insbesondere bei mittelständischen Unternehmen gewann diese Form nach der Finanzkrise 2008/2009 zunehmend an Bedeutung. Allerdings konnten die relativ häufig übernommenen Geschäftsmodellrisiken dennoch nicht von den vergleichbar hohen Verzinsungsansprüche der Mezzanine-Kapitalgebern kompensiert werden, was zwangsläufig zu einer deutlichen Abkühlung dieses Marktes führte.

Kompetente Beratung ist Trumpf

Den Einsatz der ein oder anderen Kreditalternative sollte jeder Unternehmer prüfen. Wir haben hier nur einen groben Überblick zu Möglichkeiten gegeben, sich neben dem Kredit von der Bank mit frischen liquiden Mitteln zu versorgen. Die Mittelstandsberater von abcfinance advise sprechen gerne mit Ihnen über Ihre individuellen Lösungen.

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