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Endgegner Zahlungsmoral: So leiden deutsche Unternehmen

Lesezeit: 3 Min

Das Wichtigste in Kürze:

  • Viele Unternehmen kämpfen mit verspäteten Zahlungen
  • Liquidität und Wachstum geraten unter Druck
  • Zahlungsverzug bleibt ein strukturelles Risiko
  • Besonders kritisch: lange offene Forderungen
  • Lösung: Factoring kann Liquidität sichern und vor Ausfällen schützen

Da nutzt die beste Arbeit nichts: Selbst profitable Unternehmen geraten zunehmend unter Druck, wenn Rechnungen zu spät bezahlt werden. Zahlungsverzug ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein strukturelles Problem in der deutschen Wirtschaft.

Zahlungseingang und Insolvenz: Harte Fakten und Zahlen

Unternehmen in Deutschland kämpfen zunehmend mit verspäteten Zahlungseingängen – mit spürbaren Folgen für Liquidität und Planungssicherheit. Investitionen müssen zurückgestellt werden, das Unternehmenswachstum stagniert und im schlimmsten Fall droht die Insolvenz. Fakt ist: Dieses finanzielle Ungleichgewicht beeinflusst nicht nur die betroffenen Unternehmen negativ, sondern die gesamte deutsche Wirtschaftslandschaft. Alleine in Deutschland summierten sich Forderungsausfälle durch Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2024 auf rund 19 Milliarden Euro, ermittelte wiederum die Auskunftei Creditreform – sechs Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Aktuelle Daten von Creditreform zeigen, dass sich die Zahlungsmoral zuletzt leicht verbessert hat, jedoch weiterhin auf einem angespannten Niveau bleibt: Unternehmen gewähren im Durchschnitt Zahlungsziele von über 30 Tagen, während sich die tatsächlichen Zahlungseingänge häufig darüber hinaus verzögern. Damit müssen viele Betriebe ihre Leistungen weiterhin über mehrere Wochen vorfinanzieren.

Der durchschnittliche Zahlungsverzug liegt aktuell bei rund 7 Tagen – ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt: Hohe Kosten, schwache Nachfrage und steigende Insolvenzen sorgen weiterhin für Druck auf die Liquidität vieler Unternehmen.

Ergebnis: Zahlungsverzug bleibt ein strukturelles Risiko – und eine der zentralen Herausforderungen für die finanzielle Stabilität von Unternehmen.

Zusammenhang: Zahlungsmoral und wirtschaftliche Stagnation

Auffällig ist, dass sowohl bei großen Unternehmen und Konzernen als auch bei kleineren Unternehmen in spezifischen Branchen eine besonders schlechte Zahlungsmoral zu beobachten ist. Im Detail: Gastronomie und Hotellerie zahlen Rechnungen im Schnitt 34,6 Tage später als vereinbart. Vielen Betrieben geht es wirtschaftlich und finanziell schlecht, und fast jeder vierte Gastronom erwägt bereits aufzugeben. Auch in der Immobilienbranche sieht Crif eine Zunahme der Insolvenzfälle. Dort liegt der Zahlungsverzug bei 30,6 Tagen, im Baugewerbe bei 31,1 Tagen. Neben Signa sind etliche Immobilienentwickler insolvent oder in Finanznot. Die Folge: Viele Gläubiger warten vergebens auf ihr Geld. Hier wirkt noch verschlimmernd, dass sich auch Behörden in die Liste mit schlechter Zahlungsmoral einreihen.

Wie kann Factoring hierbei helfen?

Unternehmen, die spät oder gar nicht bezahlt werden, müssen eigene Investitionen zurückstellen, können Bestellungen nicht tätigen und schlimmstenfalls eigene Rechnungen nicht bedienen. Ein Teufelskreis, der im schlimmsten Falle bis in die Insolvenz führt. Dabei gibt es mit Factoring ein wirksames Finanzinstrument, das diese unheilvolle Dynamik effektiv durchbrechen kann – und das gleich mehrfach.

Der erste Wirkmechanismus ist dabei der offenkundigste: So entsteht durch den Forderungsankauf planbare und unmittelbare Liquidität beim Rechnungssteller. Er kommt also gar nicht in die Verlegenheit, die Verzögerung an Lieferanten weitergeben zu müssen. Darüber hinaus – und das ist der zweite Vorteil – ist mit echtem Factoring auch ein 100%iger Ausfallschutz verbunden. Der dritte und oft unterschätzte Vorteil ist die laufende wirtschaftliche Prüfung nach einem Factoring-Vertrag, wodurch Rechnungssteller die Bonität ihrer Kunden immer im Blick haben, ohne selbst im Risiko zu stehen.

Somit ist Factoring ein Zeichen für geprüfte Bonität, was gerade in herausfordernden Zeiten ein wenig Last von den Schultern der wirtschaftlichen Akteure nimmt, und überdies gegenseitige Sicherheit gibt. 

Fazit

Viele vorausschauende Unternehmer haben Factoring bereits in ihrem Werkzeugkasten und nutzen es als intelligentes Finanzierungsinstrument. Der Forderungsverkauf beseitigt zwar nicht alle Unwägbarkeiten dieser aktuell herausfordernden Zeiten, aber er trägt zur Sicherung dringend benötigter Liquidität effektiv bei. In diesem Sinne – am besten noch heute den Factoring-Check machen, um mit wenigen Angaben zu prüfen, ob sich Ihr Unternehmen für das Factoring-Verfahren eignet. Es lohnt sich!

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