Plan B: Alternative zu Kredit

Liquidität ist gefragt: Gibt es Kredit Alternativen?

Liquide Mittel erhält der Mittelstand in hohem Maße über Fremdkapital, doch was wäre eine gute Alternative zu Kredit? Eine zu große Abhängigkeit von einem Partner oder einer Finanzierungsquelle ist nicht ratsam – denn Quellen können versiegen.

Liquidität schlägt Rentabilität, denn für viele bedeutet eine ausreichende Liquidität schlicht und ergreifend: Sein oder Nichtsein. Und so wird die Versorgung mit liquiden Mitteln zur Überlebensfrage. Wer sich hier aus mehreren Quellen versorgen kann, ist klar im Vorteil. Denn Banken reagieren gerade in schweren Zeiten mit einer restriktiveren Kreditvergabepolitik. Die Kreditinstitute verhalten sich mit dieser Zurückhaltung innerhalb ihres Systems durchaus logisch und konsequent: Sie schauen bei der Vergabe eines Kredits immer erstens auf eine hohe Wahrscheinlichkeit der Rückführung und zweitens auf die Besicherung. Das ist ein Fokus auf die Gegenwart – weniger auf die Zukunft. Aber genau das ist auch ihre Aufgabe. Banken sind klassischerweise keine Venture-Capital-Partner. So entsteht etwas, was viele unter dem Begriff Kreditklemme zusammenfassen.

Woher also die wichtige Liquidität erhalten, wenn die Möglichkeiten des Kredits ausgereizt sind? Wir stellen Ihnen hier ein paar Alternativen zum Bankkredit vor!

Factoring

Factoring ist eine der meist einleuchtenden Kreditalternativen, denn es nutzt die Kraft der Gegenwart und der Zukunft. Während die Scoring-Systeme der Banken zu großen Teilen Zahlen aus der Vergangenheit im Blick haben, ist Factoring eine Asset-Finanzierung. Meist reichen der Wert des Assets und der vorrausschauende Blick aus, um die Finanzierung möglich zu machen. Der mit dem Forderungsverkauf in vielen Fällen verbundene 100-prozentige Ausfallschutz der Forderung ist eine zusätzliche Sicherheit, die gerade in schweren Zeiten ein Top-Argument ist. Der Factoring-Kunde erhält sein Geld für die Forderung meist innerhalb von 24 Stunden. Durch die gewonnene Liquidität können Unternehmer ihrerseits von Skonto-Vorteilen profitieren und die Warenkreditversicherung einsparen.

Leasing

Als Klassiker unter den Finanzierungswerkzeugen und echte Kreditalternative hat Leasing längst seinen festen Platz in vielen Unternehmen. Für 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen ist es laut Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen sogar die erste Wahl für Investitionen. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Die Raten für die Leasingobjekte können nicht nur aus den laufenden Einnahmen bestritten werden – die monatlichen Raten sind zudem auch als Aufwand voll steuerlich absetzbar. Ein weiterer positiver Effekt: Das Objekt wird nicht beim Nutzer bilanziert. Das bedeutet, dass die Eigenkapitalquote mit der Anschaffung nicht absinkt. Hieraus ergibt sich ein entscheidender Vorteil gegenüber der Kreditfinanzierung. Beim Full-Service-Leasing können überdies Services und Reparaturen inkludiert werden. So wird die Investition bis ins kleinste Detail planbar. Kurzum: Eine echte Empfehlung!

Kapitalmarkt

Hauptsächlich große Unternehmen führen Kapitalerhöhungen (im Falle von Aktiengesellschaften) durch oder begeben zum Beispiel Anleihen und andere Wertpapiere. Im zweiten Fall können sie das je nach Lage zu weniger als drei, oftmals unter einem Prozent Zinsen tun. Das ist für Großunternehmen eine vergleichsweise komfortable Lage. Diese Quelle können Mittelständler und kleinere Unternehmen in der Regel nicht „anzapfen“, da der Zugang zu aufwändig oder gar versperrt ist.

Gesellschafter

Neben der Einlagenerhöhung durch Gesellschafteranleihen können auch neue Gesellschafter für frisches Kapital sorgen. Dies kann langfristig die absolut richtige Entscheidung sein – oder auch ein Fehler. Jedenfalls ist die Aufnahme neuer Gesellschafter zur Generierung kurzfristiger Liquidität zwar ein denkbares Mittel, die strategischen Überlegungen sollten jedoch im Vordergrund stehen.

Finetrading

Finetrading ähnelt auf den ersten Blick dem Factoring, da es auch eine Vorfinanzierung darstellt. Es ist allerdings im engeren Sinne kein Finanzierungsinstrument, sondern eher ein Handelsgeschäft: Der eigentliche Käufer einer Ware ist dabei der Auftraggeber des Finetraders. Somit handelt es sich beim Finetrading nicht um einen Forderungsankauf aus Sicht des Lieferanten, sondern um eine Form der Vorfinanzierung für den Käufer. Bei dieser Alternative muss aufgrund von Dokumentationspflichten und rechtlichen Prüfungen mit einem erhöhten Komplexitätsgrad gerechnet werden.

Mezzanine-Finanzierung

Mezzanine-Finanzierungen sind eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital und damit sogenanntes Hybridkapital. Der Begriff „Mezzanine“ (wörtlich „Zwischengeschoss“) deutet auf eine Finanzierungsform zwischen dem voll haftenden Eigenkapital und einem erstrangigen Darlehen. Kurz gesagt: Anstelle eines klassischen Kredits bei einer Bank nimmt das Unternehmen ein Darlehen bei Investoren auf. Vor allem durch die immer vorsichtigere Kreditvergabe der Banken durch Basel II insbesondere bei mittelständischen Unternehmen gewann diese Finanzierung nach der Finanzkrise 2008/2009 zunehmend an Bedeutung. Allerdings konnten die relativ häufig übernommenen Geschäftsmodellrisiken dennoch nicht von den vergleichbar hohen Verzinsungsansprüche der Mezzanine-Kapitalgebern kompensiert werden, was zwangsläufig zu einer deutlichen Abkühlung dieses Marktes führte.

Kompetente Beratung ist Trumpf

Den Einsatz der ein oder anderen Kreditalternative sollte jeder Unternehmer prüfen. Wir haben hier nur einen groben Überblick zu Möglichkeiten gegeben, sich neben dem Kredit mit frischen liquiden Mittel zu versorgen. Die Mittelstandsberater von abcfinance advise sprechen gerne mit Ihnen über Ihre individuellen Lösungen.

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