Studie „Leasingtrends im Mittelstand“

abcfinance hat gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Leasing an der Universität zu Köln eine Studie zur Nutzung und Perspektiven von Leasingfinanzierungen erstellt. Die Ergebnisse überraschen.

Ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut befragte 550 mittelständische Unternehmen zu ihrer Nutzung von Leasing, den Motiven hierfür und das beabsichtigte Finanzierungsverhalten.

Drei übergreifende Trends hat die Studie zu Tage gebracht:

  • Mittelständische Unternehmen wollen künftig mehr Leasing nutzen. Full-Service-Optionen treiben die Nachfrage.
  • Individuelle Lösungen sind wichtiger als Standardfinanzierungen. Von den Anbietern ist entsprechende Spezialisierung gefragt.
  • Den Unternehmen wird immer wichtiger, EDV-Objekte im Eigentum zu sehen; sie werden als geschäftsrelevant betrachtet.

Knapp ein Viertel der Leasingnutzer werden in Zukunft ihre Finanzierungen über Leasing ausbauen. Die Gründe hierfür liegen in der hohen Zufriedenheit mit dem Instrument Leasing und den Leasingpartnern. Bei der Nutzung wird von den mittelständischen Entscheidern vor allem die Liquiditätsschonung (63%), die steuerlichen Vorteile (23%) und die Bilanzneutralität (17%) geschätzt.

Erfahrung begünstigt Nutzung

In der Transport- und Baubranche liegen die höchsten Zuwachsraten (jeweils rund +25%). Eine Erklärung hierfür kann in der guten Konjunktur gesehen werden. In beiden Branchen machen zudem Fahrzeuge (PKW, LKW, Nutzfahrzeuge) einen erheblichen Anteil am Geschäft aus. Fahrzeuge sind die mit Abstand größte und etablierteste Kategorie unter den Leasinggütern: Es besteht also bereits viel Erfahrung mit diesem Bereich. Eine höhere Erfahrung bzw. längere Tradition, eine bestimmte Objektgruppe mit einer bestimmten Finanzierung zu verbinden, scheint bei vielen „gelernt“ zu sein. Bei vielen mobilen Wirtschaftsgütern wird jenseits der Fahrzeuge Leasing nicht sofort zu den relevanten Optionen gezählt.

Leasinggesellschaften in der Zufriedenheit vor den Hausbanken

Unter den Nicht-Leasing-Nutzern ist der Anteil derer, die Leasing gar nicht erst in Betracht ziehen, hoch. Auf die spezifischen Vorteile von Leasing angesprochen, finden sie Leasing aber dennoch attraktiv. Das lässt vermuten, dass es bei dieser Gruppe einen unreflektierten oder prinzipiellen Vorbehalt gibt, den es zu hinterfragen gilt. Eine verstärke Aufklärung über die flexiblen Einsatzmöglichkeiten von Leasing und die Information, dass die große Mehrheit der aktiven Nutzer sehr zufrieden ist, könnte diese überzeugen.

Leasing kommt den Individualisierungswünschen der Unternehmen entgegen

Die persönliche Beratung steht für Unternehmen in Finanzierungsfragen an erster Stelle. Die Befragten sprachen sich zu großer Mehrheit hierfür aus. Online-Abschlüsse von Leasingfinanzierungen scheinen weniger gewünscht. Bei Leasingnehmern ist dieser Wunsch nach einem direkten Ansprechpartner noch ausgeprägter (90 Prozent) als bei Nicht-Nutzern (63 Prozent). Grundsätzlich ziehen 80 Prozent der Leasingnutzer eine individuelle Lösung einer Standardfinanzierung vor; 64 Prozent sind es bei den Nicht-Nutzern. Die Entscheidung für Leasing scheint mit einem starken Individualisierungsbedürfnis einherzugehen.

Die befragten Unternehmen sind mit ihren Leasingpartnern sehr zufrieden. Branchenspezialisierung ist ein wichtiges Kriterium für die Gesamtzufriedenheit mit dem Leasingpartner bzw. der Hausbank. Jene Unternehmen, die Erfahrung mit beiden Finanzierungspartnern haben, bewerten die Leasinggesellschaft deutlich besser. Noch deutlicher punkten können Leasinganbieter aus Sicht der Unternehmen in Sachen Passgenauigkeit (plus 20 Prozent „Sehr gut“-Aussagen) und Konditionen (plus 11 Prozent „Sehr gut“-Aussagen).

Digitalisierung scheint im Mittelstand angekommen

Der Wunsch, Eigentümer geschäftsrelevanter Investitionsobjekte zu werden anstatt die alleinige Nutzung als wichtigstes Kriterium zu erachten, ist im Mittelstand noch weit verbreitet. Die aktuelle Befragung zeigt im Vergleich zu einer früheren Studie nun eine spannende Verschiebung: Der Anteil der Leasingnehmer, die das Eigentum von EDV (Software/Hardware) als wichtig beurteilten, ist um fast 20 Prozent (Software 5 Prozent, Hardware 19 Prozent) gestiegen. In einigen Branchen stieg der Anteil sehr stark: Besonders in der Transport und Logistik- sowie der Bau-Branche scheint der Wunsch nach Eigentum an branchenspezifischen Objekten, wie LKW oder Baumaschinen zu schwinden und sich auf EDV zu verlagern. In diesen ausrüstungsintensiven Boom-Branchen lassen sich notwendige Investitionen auch kaum anders realisieren.

Diese Verschiebung des Eigentumswunsches kann als Indikator dafür gesehen werden, dass die Digitalisierung das Kerngeschäft der Unternehmen bereits deutlich verändert und an Bedeutung gewonnen hat. Die Digitalisierung, so scheint es, ist im Mittelstand angekommen.

Die gesamte Studie steht unter www.abcfinance.de/leasingtrends2019 kostenlos zum Download zur Verfügung.