Mercosur – Chance für den Mittelstand?

Im Schatten der Europawahlen und den internationalen Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China hat sich fast unbemerkt ein wahrer Knüller entwickelt: Die größte Freihandelszone der Welt, bestehend aus der EU und den Mercosur-Staaten ist beschlossene Sache. Ob sich daraus Chancen für den deutschen Mittelstand ergeben, bleibt indes abzuwarten – ist dies doch eine Öffnung zu beiden Seiten. Mit attraktiven Absatzmärkten holt man sich schließlich auch ambitionierte und nicht grundsätzlich faire Konkurrenz ins Haus.

Ein Segen für die Einen

Bereits seit 1999 verhandelt die EU mit dem südamerikanischen Staatenblock Mercosur über die gemeinsame Freihandelszone – und das nicht ohne Grund: Mit über 780 Millionen Konsumenten wird das Mercosur-Abkommen den größten Markt der Welt schaffen, der rund ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung umfassen wird. Alleine für die EU öffnet sich damit die Tür zu 260 Millionen Kunden, die bisher aufgrund höher Einfuhrzölle schwierig zu erreichen waren. Insbesondere die Automobilindustrie hofft dabei auf eine florierende Zukunft mit einem ganzen Kontinent voller potenzieller Abnehmer. So sieht es auch die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström gegenüber der Deutschen Presse Agentur: „Deutsche Firmen können hier eine Menge gewinnen“. Gut vier Milliarden Euro Zölle könnten damit eingespart werden, was die Exporte deutlich ankurbeln würde. Insgesamt ein gut hörbares Signal in Richtung einer zunehmend protektionistischen USA unter Präsident Trump.

Ein Risiko für die Anderen

 Da, wo die EU mit Maschinen, Auto und Chemie bei Export punkten kann, wird die Landwirtschaft allerdings mit dem Import von Fleisch, Ethanol und Zucker weiter unter Druck gesetzt. Allein der mit dem Abkommen gewährte, zollfreie Zugang zum EU-Markt von insgesamt 190.000 Tonnen Zucker entspricht der Produktion einer deutschen Zuckerfabrik. Eine Belastung für deutsche Rübenbauer, die schon jetzt mit der Pflanzenschutz- und Subventionspolitik innerhalb der EU und auf dem Weltmarkt zu kämpfen haben. Insgesamt führen ungleiche Anforderungen bei Umwelt- und Klimaschutz sowie dem Antibiotikaeinsatz zu „einer dramatischen Wettbewerbsverzerrung, insbesondere bei Rindfleisch, Geflügel und Zucker“, warnte bereits DBV-Präsident Joachim Rukwied in der „FAZ“. Zudem befürchten Umweltverbände, dass für eine gesteigerte Lebensmittelproduktion der Regenwald noch schneller als ohnehin abgeholzt werde. Schon jetzt ist die Abholzung unter Brasiliens Präsident Jair Bolzonaro verstärkt und der Klimaschutz geschwächt worden. Darüber hinaus sind seit Jahresbeginn mehr als 200 neue Pestizide in Brasilien zugelassen worden, die in der EU teilweise als giftig eingestuft und verboten sind. Man darf also hoffen, dass diese Details vor der endgültigen Ratifizierung noch kräftig nachreguliert werden.

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