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Mittelstand in den USA: Neuer, alter Partner?

Lesezeit: 11 Min

Ganz gleich wie man die vergangenen vier Jahren politisch bewertet: Mit der Amtseinführung Bidens ändert sich in diesen Tagen auch die wirtschaftliche Ausrichtung der USA. Neben einer neuen Klimapolitik, Green Energy und einer Betonung von Corporate Social Responsibility (CSR)-Standards wird dabei von vielen Unternehmen auch eine Wiederbelebung der Wirtschaftsbeziehungen zur EU erwartet. Mit dieser Neuausrichtung ergibt sich die Frage: Wie ist der Mittelstand (SME) in den USA als Partner finanziell aufgestellt und gibt es Finanzierungs-Trends, die man sich vielleicht abschauen kann? Und noch wichtiger: Was kommt nach „America first“?

Der Mittelstand in den USA – wer ist das?

Eins vorweg: Der sogenannte Mittelstand als Begriff für kleine und mittlere Unternehmen erweist sich in der Übersetzung als so deutsch und sperrig, dass er als Lehnwort auch Einzug in die englische Sprache gefunden hat. Dabei bezeichnet man kleine und mittlere Unternehmen, die durch eine Einheit von Eigentum, Leitung, Haftung und Risiko gekennzeichnet sind, in den USA per Definition mit der Abkürzung „SME“ – also „small and medium sized Enterprises“. Und ähnlich wie in Deutschland und Europa sind die 30 Millionen SMEs auch in den USA das Rückgrat der Wirtschaft, das für zwei Drittel der Jobs im privaten Sektor gerade steht.

Eigenkapitalquote doppelt so hoch

Ein erstaunlicher Unterschied zu deutschen Unternehmen bei der Finanzierung ist die Eigenkapitalquote im amerikanischen Mittelstand: Bei den Unternehmen, die nicht als Aktiengesellschaft am Markt auftreten, herrscht eine Eigenkapitalquote von 62 Prozent – also doppelt so hoch wie bei deutschen KMU. Ebenso erstaunlich für die sonst so fortschrittlichen USA: Die Mittel für Wachstumsfinanzierung besorgen sich nahezu 65 Prozent der SMEs bei Banken – statt zum Beispiel zusätzlich auf Leasing, Factoring oder Sale-and-lease-back zu setzen. Möglicherweise ist hier der traditionell starke Bezug zur Hausbank in der nächsten Stadt stärker als der Blick auf die Vorteile einer bankenunabhängigen Finanzierung. Weitere 31 Prozent stemmen Wachstumsinvestitionen gar aus eigener Kraft, was man auf die hohe Eigenkapitalquote zurückführen mag. Somit sprechen die Zahlen eine klare Sprache: Bankenunabhängige Finanzierungen sind mit Leasing und Factoring hierzulande bereits auf einem erstaunlichen Level.

Was erwartet die deutsche Wirtschaft?

Es ist kein Geheimnis: Das Geschäft mit Unternehmen aus den USA läuft derzeit eher mau. Auch wenn der Handel mit den USA in den vergangenen vier Jahren de facto um zehn Prozent zugenommen hat, leiden einzelne Branchen unter herben Nadelstichen. Hier haben die von Trump verhängten Strafzölle eine gewachsene Struktur und viel Vertrauen zunichtegemacht. Es wurde deutlich mehr als nur Porzellan zerbrochen. Zu den betroffenen Branchen gehören neben den Herstellern von Keksen auch die von Käse, Wein und Butter sowie die Produzenten von Stahl und Aluminium. Kurzum: Viele Mittelständler, die nun auf eine bessere Zukunft und eine Rückkehr zu den ehemals guten Geschäften hoffen.

Biden und der Freihandel

Von Joe Biden ist bekannt, dass er Deutschland und Europa im Gegensatz zu seinem Vorgänger sehr gut kennt und als verlässlichen Partner schätzt – also auch den deutschen Mittelstand. Dennoch sind die US-Demokraten nicht für ihren Hang zum Freihandel bekannt. Und gerade zurzeit herrscht in den USA ein Narrativ, dass die SMEs Opfer der Globalisierung seien, was durch die „America first“ Politik in den vergangenen Jahren mit reichlich Protektionismus bedient wurde. Auch die amerikanischen Gewerkschaften halten die verhängten Schutzzölle für eine effektive Absicherung von Arbeitsplätzen. Das bedeutet weitergedacht, dass der deutsche Mittelstand und amerikanische SME vorerst noch nicht auf einen schellen Schmusekurs gehen werden. Dennoch wird sich durch eine neue Verbindlichkeit sicher ein Weg finden, beiden Interessen in der Tradition transatlantischer Zusammenarbeit wieder auf einen Nenner zu bringen.

Trend 1: Green Energy

Die Corona-Krise ist für Unternehmen unteranderem die schwerste Krise der vergangenen Jahrzehnte – aber nicht die einzige. So hat schon die Klimakrise in Europa zu enormen Verwerfungen und einem Umdenken bei der Unternehmensfinanzierung hin zu erneuerbaren Energien geführt, bei dem die Amerikaner durchaus von Europa lernen könnten. Zum Beispiel im Bereich Green Energy und erneuerbaren Energien. Zwar gibt es die Förderung von Elektromobilität in den USA auf der Ebene einzelner Bundesstaaten. Der ergänzende staatliche Steuerrabatt ist als Subvention allerdings längst nicht so attraktiv für mittelständische Unternehmen wie beispielsweise das deutsche Modell. Mit dem Wiedereintritt in das Pariser Klimaabkommen dürfte sich allerdings auch diese Herangehensweise in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit verändern. Und gerade das Thema Strom sorgte in den vergangenen Jahren für einigen Zündstoff: Während Trump alles versuchte, um mit hohen Subventionen Kohle- und Atomkraftwerke in Betrieb zu halten, schalteten immer mehr Energieversorger ganze Kraftwerke ab und ersetzen sie durch erneuerbare Energien mit Speichern. Eine Entwicklung, die sich mit der neuerlichen präsidialen Unterstützung sicher fortsetzen wird. Vielleicht ergibt sich hier eine Chance für deutsche Mittelständler, die bereits Erfahrung mit Green Energy, Förderungen und deren wirtschaftlichen Einsatz gesammelt haben – als Partner auf Augenhöhe.

Trend 2: Corporate Social Responsibility (CSR)

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: CSR-Standards werden sich unter Biden auch für amerikanische SME noch stärker als bisher zu einem der wichtigen Pfeiler wirtschaftlichen Handels entwickeln, sodass ein entsprechendes CSR-Management in den Unternehmen mehr als nur ökologisch, soziales Lippenbekenntnis sein muss. Dies gilt dann auch für transatlantische Partner-Unternehmen, die diesen Standards gerecht werden müssen, um als verlässlicher und glaubhafter Geschäftspartner mithalten zu können. Hier geht es dann für KMU um mehr als nur die Fragen, woher der Strom kommt und ob der Mindestlohn gezahlt wird. Wenn sich dieser Trend weiter durchsetzt, muss CSR in der Unternehmenskultur gelebt werden.

Fazit für den Mittelstand:

Die aktuellen Entwicklungen müssen als Hinwendung zur EU und damit auch zu deutschen KMU gewertet werden. Und im Gegensatz zu den unsicheren Verhältnissen in den vergangenen vier Jahren darf man auf fruchtbare Geschäftsbeziehungen zu den SME der USA hoffen. Auch eine erneute Öffnung der Beziehungen in den Iran, die vor Antritt Trumps so hoffnungsvoll aufflammten, ist denkbar. Wer in die Trendfaktoren Green Energy und CSR mit einem Einstieg in Elektromobilität oder geleasten Photovoltaikanlagen investieren möchten, ist dabei mit abcfinance bestens beraten. Seit über 40 Jahren der verlässliche Partner für Mittelstandsfinanzierung. Sprechen Sie uns darauf an!

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