Tag der deutschen Einheit: Deutschland einig Leasingland

Als vor nunmehr 28 Jahren endlich zusammenwuchs, was zusammen gehörte, prallten neben zwei Kultursphären auch zwei vollkommen unterschiedliche Wirtschaftssysteme auf aufeinander. Und sei dies noch nicht genug, begann sich in den 90er Jahren auch die ganze restliche Welt im Zuge des Internets zum Global Village zu wandeln. Also mehr Marktwirtschaft, mehr Handel, mehr digitale Fußspuren überall und weniger Spielraum für unentdeckte Fehler und deutsche Gemütlichkeit.

Natürlich änderten sich durch diese Rahmenbedingungen auch die Finanzierungsmöglichkeiten und –gewohnheiten in deutschen Landen. Ohne Leasing und Factoring wären viele gesamtdeutsche Unternehmungen gar nicht möglich gewesen.

 Aufbau Ost durch Leasing

Während im real existierenden Sozialismus alles dem Volk gehörte und die Wartezeit auf einen Trabbi zumindest offiziell zehn Jahre betrug, brachte die Wende eine essentielle Veränderung: Jetzt bekam man zwar den geliebten Golf sofort – nur wie finanzieren? Schnell haben Leasing-Gesellschaften nach der politischen Wende erkannt, dass ihre Investitions- und Finanzierungsalternative ein geradezu ideales Instrument für die Wirtschaft in Ostdeutschland ist. Dank der Unterstützung von Regierung und Staatsbank war die Leasing-Branche bereits seit November 1989 in Ost-Berlin und kurz darauf auch in anderen Städten vertreten. Auch auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1989 zeigte man Flagge. So entfaltet das Leasinggeschäft in Ostdeutschland eine beachtliche Dynamik und erreichte 1994 mit einem Neugeschäft von 7,6 Mrd. DM rund 6 % der Anlageinvestitionen in den neuen Bundesländern. Kurzum: In den Jahren von 1990 bis 1996 hat die Leasing-Branche Anlagen im Wert von etwa 42 Mrd. DM in den neuen Ländern investiert und damit maßgeblich zum „Aufbau Ost“ beigetragen. Beiderseitiges Lehrgeld inklusive.

Wachstumsmotor des Mittelstands

Im Westen kannte man das Leasing bereits, seit im Jahr 1962 die ersten deutschen Leasing-Gesellschaften ihre Tätigkeit aufnahmen. Auch damals war die enorme Wachstumsdynamik etwas Neues – so stuften die Forscher im Münchner ifo Instituts die gerade gegründeten Leasing-Unternehmen sogleich als „wachstumsverdächtig“ ein. Und seit dieser Zeit hat sich viel getan: Die Leasing-Branche ist Deutschlands größter Investor und generiert gesamtdeutsch ein jährliches Investitionsvolumen von zuletzt 67,00 Mrd. Euro. Über 1,8 Mio. Leasing-Verträge wurden alleine in 2017 neu abgeschlossen. Insbesondere der Mittelstand profitiert von schnellen Entscheidungswegen und einer Finanzierung aus den laufenden Kosten.

Es fällt der Leasingbranche also nicht schwer, den Wettbewerb der Finanzierungsinstrumente weiter anzuführen. Leistungsmerkmale wie Flexibilität, maßgeschneiderte Produkte, Serviceleistungen und vor allem die Beratungskompetenz für Güter und Märkte punkten gerade im harten Wettbewerb immer wieder. Dass dies jetzt in Ost wie West passiert und wir gesamtdeutsch von boomenden Wirtschaftszahlen profitieren ist allemal einen Feiertag wert. Auf die nächsten 28 Jahre!