Der Liquiditäts-Turbo

Quelle: DUB UNTERNEHMER-Magazin

Mehr Liquidität für ein Unternehmen? Factoring kann eine Antwort sein. Aber wie funktioniert der Verkauf von Forderungen eigentlich? Und zu welchem Bedarf passt welche Spielart? Der erste Teil einer neuen Serie befasst sich mit dem Ausschnittsfactoring.

Köln, 03. März 2017. Liquidität ist gut für Unternehmen, mehr Liquidität ist besser. Denn auf diese Weise können Gelder viel schneller reinvestiert und kann auf Chancen reagiert werden. Doch was, wenn die Kunden nur langsam zahlen und damit die Wachstumschancen ausbremsen? In solchen Fällen kann Factoring eine Schubhilfe leisten. Forderungen gegen Bargeld, das ist das Prinzip des Factorings.

Die Funktion ist einfach: Der Mittelständler wendet sich an ein Factoring-Unternehmen. Dessen Experten schauen genau auf die Forderungen und die betroffenen Schuldner. Nach der Prüfung werden die Forderungen übernommen. Der Kunde des Factoring- Firma bekommt für die eingereichte Rechnung sofort Geld. In der Regel wird ein Rahmenvertrag abgeschlossen, der zum Beispiel das gesamte Forderungsmanagement umfassen kann. Säumige Schuldner sind dann ein Problem des Factoring-Unternehmens. Und für den Mittelständler? Für ihn bedeutet dies weniger Papierkram und mehr Luft für die eigentliche Arbeit.

Hilfreiche Finanzdienstleistung

Alles auslagern, das schmeckt nicht jedem. Daher hat die Factoring-Industrie eine ganze Reihe unterschiedlicher Spielarten geschaffen. Zum Beispiel das Ausschnittsfactoring. Die Kernidee: Es wird exakt festgelegt, welche Rechnungen veräußert werden sollen und welche nicht. „Denn warum sollten Forderungen gegen jene Schuldner abgetreten werden, die in der Vergangenheit prompt zahlten?“, fragt Thomas Günter, Regionalleiter beim Mittelstands-Finanzdienstleister abcfinance. „Oder wenn auf individuelle Kundenbeziehungen Rücksicht genommen werden soll. Dafür ist diese Form des Factorings regelrecht maßgeschneidert.“

Weil Forderungen bei dieser Version ausgewählt werden, wird es auch selektives Factoring, Auswahloder Teil-Factoring genannt. Maßgeschneidert ist diese Variante zudem, weil sie verschiedene Servicepakete bietet. Beim Full-Service-Verfahren kann sich der Mittelständler zurücklehnen – Forderung und Mahnwesen liegen beim Factoring-Unternehmen. Die Kunden wissen davon und zahlen direkt ans Factoring- Unternehmen. Beim stillen Factoring dagegen bleibt das Mahnwesen beim Mittelständler, erst bei Problemen schreitet die Factoring-Firma ein. Und die Kosten? „Wenn Sie einem Kunden zwei bis drei Prozent Skonto einräumen, damit er binnen zehn Tagen zahlt, ist das teurer als Factoring“, so Günter.

Fazit: Die einen Forderungen behalten, die anderen dem Factoring-Unternehmen abtreten – und somit einen hilfreichen Liquiditäts-Turbo zünden.
 

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