Umfrage: Wie steht’s mit dem Weihnachtsgeld in der Corona-Krise?

Und endlich ist es wieder so weit: Weihnachten steht vor der Tür und damit für viele Arbeitnehmer auch die beliebte Sonderzahlung mit dem verheißungsvollen Titel „Weihnachtsgeld“. Doch wie so vieles in diesem sonderbaren Jahr steht auch die Zahlung dieser oftmals freiwilligen Leistung zumindest in Frage. Führt die Corona-Pandemie und knappe Kassen dazu, dass das Weihnachtsgeld wohlmöglich gestrichen wird oder wird es dieses Jahr doch gezahlt? Wir haben nachgefragt!

In der Corona-Pandemie ist Liquidität für deutsche Arbeitgeber wichtig wie nie – da kann auch das Weihnachtsgeld hinterfragt werden. Welche Maßnahmen Firmen tatsächlich ergreifen, um auch in der Krise flüssig zu bleiben, hat eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag von abcfinance untersucht. Die gute Nachricht kurz vor Weihnachten: Für die Hälfte der befragten Unternehmen ist es keine Option, die Zahlung des Weihnachtsgelds als Teil der Vergütung zu kürzen oder gar zu streichen. Dies dürfte viele Arbeitnehmer freuen.

Die Mittel zur Liquiditätssicherung

Die Zahlung des Weihnachts- oder Urlaubsgelds als Sonderzahlung zu kürzen oder komplett zu streichen, scheint den Unternehmen keine allzu deutlichen Liquiditätsvorteile zubringen. Der Effekt wird mit 2,8 bewertet. So schließt die Hälfte es aus, die Sonderzahlungen zu streichen, weitere 13 Prozent planen es derzeit nicht explizit. 

Insgesamt standen neben dem Weihnachtsgeld drei Maßnahmen aus dem Bereich Personalkosten zur Wahl, die im gleiche Zuge nach ihrer Wirksamkeit im Schulnotensystem bewertet werden sollten: Für die Reduzierung der Kosten durch Kurzarbeit und Überstundenabbau als Mittel zur Liquiditätssicherung sprachen sich 54 Prozent der Firmen aus; neun Prozent zeigten sich noch unentschlossen. Auch der Effekt dieser Maßnahme wurde als vergleichsweise hoch bewertet (Durchschnittswert 2,4). Als etwas weniger wirkungsvoll hinsichtlich der Liquidität wird der Abbau von Personal bewertet (2,8). Allerdings schließen 45 Prozent der befragten Entscheider es aus, Personal zu entlassen – auch dies dürfte Arbeitnehmer freuen. 13 Prozent sind dahingehend noch unsicher.

Wenig aktive Instrumente

Dass Sparen grundsätzlich eine beliebte Maßnahme ist, zeigen auch die weiteren Ergebnisse der Gesamtumfrage. Zu den Top-5 der Handlungsoptionen gehören zum Beispiel der Aufbau eines finanziellen Polsters, das Reduzieren nicht „überlebensnotwendiger“ Ausgaben und Investitionszurückhaltung sowie verschiedene Optionen zur Sicherung der Zahlungseingänge. Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass wenig aktive Instrumente benutzt werden. Dabei bietet es sich gerade in disruptiven Zeiten an, zum Beispiel mit Factoring neue Wege in der Liquiditätssicherung zu gehen. 

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 505 Unternehmens-Entscheider zwischen dem 06. und 14.10.2020 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Beschäftigtenanteile nach Unternehmensgröße zusammengesetzt.