Ab August: Mehr Geld für berufliche Fortbildung

Über eine Postkarte an der Bürowand eines Kollegen habe ich neulich herzlich gelacht. Darauf stand…

Geschäftsführer: „Was passiert, wenn wir in die Entwicklung unserer Mitarbeitenden investieren und dann verlassen sie das Unternehmen?“

Personaler: „Was passiert, wenn wir nicht investieren und sie bleiben?“

Die Weiterbildung von Mitarbeitern ist eine wichtige Investition in die Zukunft des Unternehmens – aber auch für die Gesellschaft. Daher müssen hier Wirtschaft und Politik gemeinsame Anstrengungen unternehmen. Der Bund macht hier einen erfreulichen Schritt.

Ab August erhalten Mitrabeiter höhere Förderungen für die berufliche Fortbildung. So wird es für Wissenshungrige leichter, eine Weiterbildungsmaßnahme finanziell zu stemmen. Denn Fortbildungsmaßnahmen sind bekanntlich sehr kostspielig: Aufwendungen für Materialien, Prüfungen, Lehrgänge etc. müssen oft selbst finanziert werden. Da bleibt bei einer Reduzierung der Arbeitszeit für die Weiterbildung und damit geringerem Verdienst schnell ein größeres Loch in der Haushaltsplanung.

Aufstiegs-BAföG

Die finanziellen Mittel für die Förderungen kommen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von dem jeweiligen Bundesland. Mit dem „Aufstiegs-BAföG“ werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung durch Beiträge zu den Kosten der Bildungsmaßnahme und zum Lebensunterhalt finanziell unterstützt.
Durch das Aufstiegs-BAföG wird die Voll- oder auch Teilzeitteilnahme an Angeboten für mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse, unter anderem zum Handwerks- und Industriemeister, gefördert.

Die Förderleistungen ab August 2020 im Überblick *
  • Einkommensabhängiger Vollzuschuss zum Unterhalt (bisher 50-prozentiger Zuschuss)
  • Vollzuschuss für Unterhaltsbeitrag pro Kind und Ehepartner, je 235 Euro (bisher 45 Prozent beziehungsweise 50 Prozent als Darlehen)
  • 150 Euro/Monat als Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende (bisher 130 Euro), Höchstalter für die Berücksichtigung von betreuungsbedürftigen Kindern steigt auf 14 Jahre (bisher 10 Jahre)
  • 50-prozentiger Zuschuss für Lehrgangs- und Prüfungskosten (bisher 40 Prozent). Der Rest wird als Darlehen gewährt
  • Ausweitung der Stundungs- und Erlassmöglichkeiten zur Rückzahlung
  • Mehrfache Förderung für Einzelne auf allen drei Fortbildungsstufen (zum Beispiel vom Gesellen zum Techniker, vom Techniker zum Meister, vom Meister zum Betriebswirt)

Gerade in Zeiten geringerer Auslastung kann berufliche Fortbildung ein sinnvoller Weg sein, um mit Überkapazitäten umzugehen. Nach der Krise kann dann mit gut ausgebildeten Mitarbeitern durchgestartet werden. Weitere Tipps für Wege aus der Krise geben Ihnen auch unsere Mittelstandsberater von der abcfinance advise. Sprechen Sie uns an.

Weitere Informationen zum Aufstiegs-BAföG finden Sie hier.

* Quelle: dhz.de