Geldscheine: Des Kaisers neue Kleider

Bargeldgeschäfte gehören nicht zu unserem Alltag als Leasing- und Factoring-Dienstleister – doch für viele Deutschen gilt das nicht. Sie bezahlen noch immer gerne bar – denn nur Bares ist Wahres, sagte schon der Volksmund. Mit der Einführung neuer Geldscheine und dem Wegfall des 500 Euro Scheins ist nun eine Menge Bewegung in den „Geldmarkt“ gekommen. Insbesondere die Fälschungssicherheit soll die neuen Scheine dabei wesentlich sicherer machen. Ein Blick lohnt sich.

Geld mit Phantasie

Seit dieser Woche ist die zweite Generation der Euro Scheine mit den neuen 100- und 200-Euro-Scheinen endlich komplett. Bereits seit längerer Zeit gibt es schon die überarbeiteten Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger und der 500-Euro-Schein wird seit Ende April gar nicht mehr herausgegeben. Obwohl die neue Generation der Scheine deutlich fälschungssicherer ist, haben sich auf den ersten Blick nur Kleinigkeiten verändert. Sowohl die Grundfarben als auch ein weiterer Aspekt sind unverändert geblieben: Da wo die gute alte D-Mark mit den Antlitzen historischer Persönlichkeiten und realen Objekten wie dem Brandenburger Tor, Burg Eltz oder der Gorch Fock den geneigten Betrachter verzückte, setzt der Euro generell auf die Kraft der Phantasie. Die vom deutschen Grafiker und Designer Reinhold Gerstetter gezeigten Bauwerke entsprechen wie schon bei der ersten Serie nur dem Baustil einer historischen Epoche – nicht aber einem realen Ebenbild. Dies darf als Konzession an die sage und schreibe 19 Länder gesehen werden, die den Euro als offizielle Währung nutzen. Da wäre es schwer geworden, jedem Mitglied gerecht zu werden. Ein Verfahren, das in der Gesetzgebung indes leider nicht funktioniert.

Schein, Stein, Fälschung

Während wie Deutschen seit Beginn des Euros schon auf den 1000er Schein verzichten mussten, durfte unlängst auch der 500 Euro Schein seine Karriere beenden. Nicht nur EZB-Präsident Mario Draghi hatte darauf hingewiesen, dass der 500er hauptsächlich für kriminelle Zwecke genutzt werde und mit der Abschaffung Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden solle. Dabei gibt es historisch durchaus Gegenanzeigen für den Einsatz „großer Scheine“: Der Rai ist ein Steingeld auf dem Atoll Ulithi in Mikronesien und gilt dort noch immer als Zahlungsmittel. Die immensen Steinscheiben stehen dabei einfach am Wegrand oder an Häuse gelehnt. Wechselt ein Rai den Besitzer, lässt der neue Eigentümer den Stein gewöhnlich aufgrund des Gewichts und der damit entstehenden Schwierigkeiten einfach stehen, wo er bereits ist. Wem welcher Stein gehört, wird einfach im Gedächtnis festgehalten. Terrorfinanzierung, Schwarzarbeit und Fälschung nahezu ausgeschlossen.

Auch, wenn es bei uns keine Geldkoffer mit großen Scheinen abzuholen gibt: Bei der Finanzierung des Mittelstands spielen wir seit über 40 Jahren immer eine überzeugende Rolle – garantiert fälschungssicher und ungemein real. Probieren Sie es aus!