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The Heat is on – Der Rekordsommer 2018

Wir dürfen alle etwas stolz auf uns sein: Nach dem nachweislich dunkelsten Winter seit 1951 mit endlosen grauen Tagen kämpft sich Deutschland nun durch einen Rekordsommer mit der längsten Trockenperiode seit 140 Jahren. Dass dies auch Auswirkungen auf die Wirtschaft hat, ist verständlich. Während Eisdielen und die Getränkebranche jubeln, gibt es andere Bereiche, in denen es langsam knapp wird. Insbesondere die Landwirtschaft kann der Hitzewelle längst nichts mehr abgewinnen.

Die Lage im Rekordjahr 2018 ist weiterhin angespannt und alles andere als erfreulich. Viele Ackerbaubetriebe stehen vor großen Schwierigkeiten und rechnen mit erheblichen Einbrüchen bei den Unternehmensergebnissen. Dabei fallen in Deutschland durch Trockenheit jährlich Ernteschäden im Wert von 267 Millionen Euro an, wie eine Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergibt. Auch wenn genaue Zahlen noch nicht vorliegen, dürfte dieses Jahr leider auch in dieser Hinsicht ein Rekordjahr werden.

Slow Motion im Büro

Die Hitzewelle ist dabei längst nicht nur in den klimaabhängigen Branchen ein Problem. Auch in Deutschlands Büros geht die Motivation langsam in die Knie. Der Grund: Die Produktivität von Beschäftigten sinkt signifikant mit steigender Temperatur. Während ein Büromensch bei 23 Grad noch volle Leistung erbringen kann, sinkt dieser Wert bei zunehmender Temperatur linear ab. Bei 30 Grad sind nur noch 70 Prozent Leistungsfähigkeit vorhanden. Es kommt noch schlimmer: Experimente haben ergeben, dass Bürokräfte bei mehr als 30 Grad sogar nur halb noch so schnell tippen wie bei 20 Grad Raumtemperatur. Bei einem Zwei-Finger-Suchsystem endet das schnell im Standbild – zumindest für Außenstehende.

Jubel auf dem Bau

Besonders heftig trifft die Hitze natürlich viele Bauarbeiter, die im Schweiße ihres Angesichts auf unseren Straßen und Baustellen schuften. Auch wenn man hier derartige Belastungen gewohnt ist, kann ein ermunterndes Wort der Bewunderung an der richtigen Stelle Wunder wirken. Zudem herrscht in der Branche eh Jubelstimmung, denn die deutsche Baubranche verzeichnet weiterhin eine kräftig steigende Nachfrage. So stiegen die Aufträge im Mai um weitere zehn Prozent auf nominal sieben Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auch hier gibt es einen Rekord zu vermelden, denn damit ist der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem Mai erreicht worden. Nach den ersten fünf Monaten summierte sich das Plus auf insgesamt 7,5 Prozent.

Angesichts dieser Daten und einer sowieso unausweichlichen Situation – schließlich kann man Vieles ändern, nur nicht das Wetter – raten wir zu professioneller Gelassenheit. Im Zweifel helfen ein leckeres Eis und der Gedanke an etwas Schönes. Zum Beispiel der kühlende Fahrtwind in einem Oldtimer-Cabrio. Sehr realistische Finanzierungsmöglichkeiten für diesen Traum gibt es übrigens hier.