Feiertage

Der letzte Feiertag – noch einmal durchatmen!

Falls Sie es noch nicht wussten oder einfach nicht wahrhaben wollten, wird es jetzt hart: Nach Fronleichnam ist die Zeit der Feiertage, die unsere Arbeitswochen mit angenehmen und willkommenen, kleinen Verschnaufpausen durchschneiden, erstmal vorbei.

Selbst dieser letzte Feiertag vor dem Sommer ist nur sechs Bundesländern vergönnt. Sofern Sie nicht in Bayern wohnen, wo mit Mariä Himmelfahrt und dem Friedensfest – beschränkt auf Augsburg – noch ein regionales Extra auf dem Programm stehen, kommt der nächste Feiertag für den Rest der Republik erst im Oktober. Ein langer Sommer der Arbeit liegt vor uns.

Fußballfeiern voraus

Glücklicherweise liegt gerade in diesem Jahr ein besonders interessanter Sommer vor uns, denn neben der Urlaubssaison steht auch die Fußball-Weltmeisterschaft an. Möglicherweise liegt ja auch hierbei der eine oder andere Feiertag vor uns – genügend Raum für Erholung und Kurzweil sollte auf alle Fälle gegeben sein.

Dass bei der regionalen Verteilung von Feiertagen hingegen Optimierungsbedarf in Hinsicht auf Fairness herrscht, sollte dabei nicht verschwiegen werden. So haben Berlin und Hamburg nur neun Feiertage, während die Bayern mit 14 Tagen und Augsburger mit 15 Tagen recht komfortabel leben. Wem dabei jetzt die Tränen kommen, dem sei gesagt, dass es noch viel besser geht: Kambodscha – gerade mal halb so groß wie Deutschland – hat mit 28 bezahlten Feiertagen fast einen ganzen Monat frei. Weltmeisterlich!

Kosten, Kosten, Kosten!

Wer angesichts boomender Wirtschaftszahlen und optimistischer Steuerschätzungen auf weitere Feiertage hofft, dem seien die Kosten ans Herz gelegt: Laut Wirtschaftsforscher Christoph Schröder vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln beträgt die Wertschöpfung an einem Arbeitstag mehr als 10 Milliarden Euro. Somit geht bei nur einem freien Tag schnell 0,1 Prozent der Jahres-Wirtschaftsleistung verloren. Die Rechnung funktioniert übrigens auch anders herum: Die Bundesbank berechnete, dass ein Prozent mehr Arbeitstage im Schnitt zu einem Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung um 0,3 Prozent führten. Glücklicherweise darf man davon ausgehen, dass bei der derzeitigen Wirtschaftslage darauf verzichtet werden kann, einen Feiertag zurückzubauen.

Was macht Sinn?

Ein Aspekt, den man durchaus kritisch hinterfragen darf – insbesondere bei den enormen volkwirtschaftlichen Kosten – ist die Sinnhaftigkeit von Feiertagen, deren Hintergrund der Großteil der Bevölkerung nicht mehr nachvollziehen kann. Wer kann heutzutage schon auf Anhieb Pfingsten, Fronleichnam oder Christ Himmelfahrt erklären? Bis das allerdings geklärt ist, verbleiben wir mit einem vorfeiertäglichen Gruß und wünschen besinnliche Erholung. Nächste Woche wird dann durchgearbeitet. Das kann ja auch schön sein 🙂

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