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Digitalisierung – alles eine Frage der Finanzierung

Rund 83 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben in den Jahren 2013 bis 2015 Digitalisierungsvorhaben durchgeführt. Aber weit weniger als die Hälfte der Unternehmen investiert mehr als 10.000 Euro pro Jahr in dieses Zukunftsthema.

Wenn es ein Schlagwort gibt, bei dem der Mittelstand dieser Tage aufhorcht, ist es die Digitalisierung. Sie gilt als wesentlicher Treiber für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Dabei sei zu berücksichtigen, dass sich hinter dem Schlagwort „Digitalisierung“ eine weite Spanne der Verbreitung digitaler Technologien verbirgt. Diese reiche von grundlegenden Elementen wie der Nutzung von Computern oder des Internets über die Nutzung von modernen Technologien (zum Beispiel Cloud Computing oder Big Data) bis hin zu fortgeschrittenen Stufen, wie der Verfolgung eines auf digitalen Produkten und Dienstleistungen basierenden Geschäftsmodells oder der Nutzung von Industrie 4.0-Elementen, heißt es in der Studie „Digitalisierung im Mittelstand: Status Quo, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Kurzum: Der Mittelstand muss sich in allen Bereichen auf eine mehr und mehr digitalisierte Welt einstellen, um dauerhaft wettbewerbsfähig und profitabel zu bleiben – von der Administration über die Produktion bis hin zur Logistik, bei mobilen und stationären Anwendungen. Das gilt für Unternehmen aller Größenordnungen. Der kleinere Spezialbetrieb ist genauso gefordert, sich mit der Digitalisierung in allen Facetten auseinanderzusetzen, wie der große, international tätige Mittelständler mit einer halben Milliarde oder mehr Euro Umsatz. Es gilt aber laut den Ergebnissen der KfW-Studie: „Der Grad der Digitalisierung ist in mittelständischen Unternehmen bei weitem nicht so hoch, wie man ihn aufgrund der öffentlichen Debatte hätte erwarten können. Rund ein Drittel der Mittelständler befindet sich bisher noch in einem Grundstadium der Digitalisierung. Vorreiter, d. h. Unternehmen, die bereits auf digitale Produkte und Dienstleistungen, Apps oder Industrie 4.0 setzen, stellen mit knapp einem Fünftel noch eine Minderheit dar.“

Gleichzeitig hätten vier von fünf Mittelständlern in den zurückliegenden drei Jahren jedoch Digitalisierungsprojekte durchgeführt und so ihren Digitalisierungsgrad ausgebaut. Die Unternehmen setzten dazu allerdings nur vergleichsweise geringe Ressourcen ein. Knapp die Hälfte habe in ihre Digitalisierung weniger als 10.000 Euro pro Jahr investiert. Digitalisierungsausgaben von 100.000 Euro und mehr findet man bei fünf Prozent der Mittelständler, und insgesamt geben mittelständische Unternehmen laut der Erhebung rund zehn Milliarden Euro pro Jahr für Digitalisierungsvorhaben aus.

Das ist bei der Menge der Herausforderungen, die auf den Mittelstand warten, tatsächlich keine gewaltige Summe. Der technologische Fortschritt ist schneller als je zuvor, sodass eine umjubelte Innovation, beispielsweise im Bereich der Automatisierung, nach wenigen Jahren bereits wieder überholt sein kann – und eine neue Investition erfordert, um am Puls der digitalen Zeit zu bleiben. Aber die Studie gibt auch Aufschluss über die Gründe für die eher zurückhaltenden Ausgaben bei der Digitalisierung: Denn die Unternehmen setzen bei dieser großen Zukunftsaufgabe – ganz deutscher Mittelstand eben – auf eine Finanzierung aus dem Cashflow. Das tun 77 Prozent der Unternehmen, nur vier Prozent setzen auf die Bank als Partner, 17 Prozent nutzen Möglichkeiten wie das Leasing. Der Studie zufolge hat das mit den volatilen Erfolgsaussichten vieler Digitalisierungsprojekte zu tun.

Das heißt konkret: Leasinggesellschaften können aktiv dabei mithelfen, den digitalen Wandel voranzutreiben und sogar mitzugestalten, indem sie gemeinsam mit den Unternehmen Antworten auf deren drängendste Anforderungen entwickeln und individuelle und flexible Finanzierungsmöglichkeiten schaffen, mit denen Mittelständler wichtige Change-Prozesse in der Digitalisierung anstoßen können und sich trauen, ihre Vorhaben zu realisieren – für eine digitale Zukunft mit Erfolg.

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