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Büroausstattung: Mehr Leistung durch richtiges Sitzen

Bis zu 1.000 Euro muss man für einen richtig „guten“, sprich nachhaltigen Bürostuhl investieren. Oder 50 Euro im Karton beim Discounter – aber das ist nicht zu empfehlen. Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter sind sonst gefährdet.

Investitionen in ergonomisches Sitzen sind alles andere als Verschwendung. Rückenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit. Aber auch, wenn es „nur“ ein latentes Unbehagen ist, das die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters an üblicherweise acht Stunden am Tag einschränkt – über die richtige Bestuhlung im Büro sollte man nachdenken.

Das Unternehmermagazin impulse hat im Gespräch mit dem Leiter des Sachgebiets „Büro“ der gesetzlichen Unfallversicherung (VGB), Andreas Stephan, die wichtigsten Kriterien besprochen, die man für die Auswahl des perfekten Schreibtischstuhl beachten sollte. Dazu gehöre vor allem die Variabilität des Scheibtischstuhls – er müsse sich individuell an den Benutzer anpassen lassen, die natürliche Haltung unterstützen und die Bewegung fördern, so der Experte.
Eine stufenlos verstellbare Rückenlehne, eine Sitztiefenfederung, verstellbare Armlehnen gehören dazu und, zwar nicht zwingend aber sinnvollerweise, eine Kopfstütze. Stephan hält nichts von Alternativen wie Sattelsitzen, Sitzbällen oder Pendelhocker. Sie würden in der Regel die Anforderungen an einen Büroarbeitsstuhl nicht erfüllen. Er rät, auf Gütesiegel zu achten wie GS-Zeichen, Quality Office, TÜV Ergonomie geprüft oder dem AGR-Gütesiegel. Damit wäre sichergestellt, dass alle vorgeschriebenen Mindestanforderungen erreicht sind, aber in der Regel auch mehr.

Wie finanzieren?

Nach Expertenmeinung sollten 400 bis 800 Euro pro Stuhl ausgegeben werden. Günstigere Stühle sind in vielen Fällen keine gute Lösung, oder sind durch eine schlechtere Qualität meistens schnell wieder zu ersetzen. Wer beispielsweise 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Büro-Arbeitsplatz im Einsatz hat, der muss also mit einer Investition von 20 bis 40.000 Euro rechnen. „Hier hilft Leasing im mehrfacher Hinsicht: Es schont die Liquidität, belastet die Kreditlinien nicht und sorgt dafür, dass rechtzeitig auch in neue Möbel investiert wird“, unterstreicht Silke Hinz, Bereichsleiterin Vertrieb partner-solutions & office-solutions bei abcfinance. Auch Bürostühle müssen regelmäßig ausgetauscht werden – spätestens nach circa acht Jahren.
Krankenkassen oder die Deutsche Rentenversicherung beteiligen sich in definierten Fällen an den Anschaffungskosten, beispielsweise, wenn Mitarbeiter bereits Probleme haben, die auf eine ungesunde Sitzhaltung zurückzuführen sind (mit ärztlichem Attest). „Unsere Partner im professionellen Fachhandel beraten hier gerne“, so Hinz.