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Ausblick 2017: Änderungen, Entscheidungen und Trends

Der Euro schwächelt, die Inflation kehrt zurück, der Mindestlohn ist erhöht – und Deutschland wird es 2017 dennoch wirtschaftlich besser gehen, als den meisten Ländern Europas.

Die deutsche Wirtschaft ist 2016 nach einem guten vierten Quartal laut Medienberichten um ca. 1,8 Prozent gewachsen. Das kann sich sehen lassen. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie lange nicht und die Löhne steigen – zumindest der gesetzliche Mindestlohn wird von 8,50 auf 8,84 Euro je Stunde erhöht. Darauf hat sich die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geeinigt. Die deutschen Unternehmen trauen sich wieder etwas und schaffen neue Arbeitsplätze. Für 2017 sind sie zwar  etwas skeptischer, gehen aber auch im laufenden Jahr von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus (die Prognosen liegen zwischen 1,2 und 1,5 Prozent). Verlässliche Voraussagen erweisen sich auch hier als schwierig. Zu viele Fragen stehen im Raum – „Wie wird Trump als US-Präsident die Weltwirtschaft beeinflussen? Wie wird die neue deutsche Regierung mit Kanzler oder Kanzlerin aussehen?“

Der vorsichtige Optimismus zeigt sich auch in einer  Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton. Die deutschen Unternehmen rechnen mit weiterem Wachstum, zusätzlichen Arbeitsplätzen und expandierendem Export. Konkret kommt die Zuversicht der deutschen Manager in folgenden Parametern zum Ausdruck:

– 59 % beurteilen die geschäftlichen Aussichten im Jahr 2017 positiv,
– 51 % wollen 2017 in Anlagen und Maschinen investieren,
– 38 % erwarten eine Umsatzsteigerung 2017,
– Rund 25 % rechnen mit einem Ausbau ihrer Exportaktivitäten und
– 20 % erwarten 2017 steigende Mitarbeiterzahlen.

Dinge, die Sie 2017 einplanen müssen
Die von Bundesministerin Nahles geplante Einführung eines Anspruchs auf zeitlich begrenzte Teilzeitarbeit könnte erhöhte Aufwände und Planungsunsicherheiten für mittelständische Unternehmen bringen. Das kritisiert der Präsident des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft Mario Ohoven. Das Arbeitszeitmodell sei „ein Tiefschlag gegen den Mittelstand“, gab Ohoven bekannt. Die Kritik richtet sich darauf, dass eine zeitlich befristete Verringerung der Arbeitszeit keine Rücksicht auf die Notwendigkeiten betrieblicher Abläufe gerade kleinerer und mittlerer Betriebe nimmt. Vielmehr würden den Unternehmen kostentreibende bürokratische Zwänge auferlegt.
Fest eingeplant werden können schon notwendig werdende Investitionen für Unternehmen mit Bargeschäft. Denn die müssen ab 2017 nur noch elektronische Ladenkassen einsetzen, die Einzeldaten speichern können und einen Datenexport ermöglichen. Die aus dem Jahr 2010 stammende Übergangsregel für diese Kassenmodelle ist ausgelaufen. Es drohen Bußgelder oder Schätzungen der Finanzverwaltung, sofern die alten Kassen weiter eingesetzt werden. Auf viele Unternehmen kommen also Investitionen zu. Wir haben bereits darüber berichtet.

Mit was man sich auch beschäftigen sollte
Oft zitierte und diskutierte Trends werden uns auch 2017 begleiten: Zum Beispiel die Digitalisierung, Big Data oder Arbeit 4.0.. Wer diese Trends nicht verschlafen will, muss nicht nur die Themen im Blick haben, sondern in der Regel auch investieren. Neben den Kosten für Hard- und Software sind dabei auch umfassende Projekt- und Schulungsinvestitionen zu berücksichtigen. Bei einer Umfrage unter 48 Branchenverbänden des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) gehen 18 Verbände davon aus, dass die Unternehmen ihrer Branche im kommenden Jahr mehr investieren werden, als 2016. Der Dienstleistungssektor steht dabei vorne. Laut IW werden lediglich die Chemieindustrie, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie die Kunststoffverarbeitung – allem Anschein nach – ihre Investitionen zurückfahren.

Blick nach vorn
2017 feiern zwei Weltereignisse ihren zehnjährigen Geburtstag: Das iPhone und die Finanzkrise. Beide haben die Welt verändert, haben uns vorsichtiger, nachdenklicher, weltoffener und technikaffiner gemacht. Ein anderes – traditionsreicheres – Jubiläum hat mit Martin Luther zu tun und wird den Arbeitnehmern in diesem Jahr einmalig einen zusätzlichen Feiertag bescheren: den 31.10.2017, dem 500. Reformationsjubiläum.

In jedem Falle können wir uns auf ein neues Jahr mit spannenden Herausforderungen und interessanten Entwicklungen freuen.