Ist Ihr Kassensystem rechtskonform?

Zum 1. Januar 2017 treten endgültig neue Regelungen für die „Aufbewahrung digitaler Unterlagen im Bargeschäft” in Kraft. Wer bis dahin keine den Anforderungen entsprechende „gläserne Registrierkasse” im Einsatz hat, dem drohen empfindliche Geldbußen.

Registrierkassen und Kassensysteme bieten offenbar vielfältige Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung. Das glaubt das Bundefinanzministerium (BMF) und beklagt jährlich erhebliche Steuerausfälle durch entsprechende Manipulationen. Doch damit soll nun Schluss sein: Mit dem Inkrafttreten der neuen Regelungen endet eine rund fünfjährige Übergangsfrist, in der Gastronomen, Einzelhändler oder Dienstleistungsbetriebe – also Unternehmer die im Geschäftsalltag überwiegend mit Bargeld zu tun haben – Zeit hatten, ihr Kassensystem den steuerrechtlichen Regelungen anzupassen.

Was ist neu?
Die neuen Vorschriften sollen gemäß BMF die “Unveränderbarkeit der digitalen Grundaufzeichnungen” sichern. Das heißt: Die Registrierkasse muss demnach zukünftig in der Lage sein, folgende Daten manipulationssicher zu speichern: alle Journaldaten, eine vollständige Historie aller im System hinterlegten Artikel und Preise, Änderungs- und Programmierungsdaten, die Bedienungsanleitung der Kasse oder des Kassensystems sowie diverse Protokolle unter anderem über Einsatzorte und -zeiten. Alle Daten müssen in der Regel für zehn Jahre elektronisch aufbewahrt werden und sind im Prüfungsfall der Finanzbehörde vorzuzeigen.

Was ist zu tun?
Wer in den vergangenen Jahren in eine den neuen Anforderungen entsprechende Registrierkasse oder in ein modernes Kassensystem investiert hat, kann sich beruhigt zurücklehnen. Wer dieses Thema bislang noch nicht im Fokus oder gar beiseitegeschoben hat, sollte umgehend handeln und seine Kasse(n) und Kassensysteme auf die entsprechenden Funktionalitäten hin prüfen. Denn bei Verstößen gegen die Vorschriften drohen empfindliche Geldbußen, unabhängig eventuell anfallender steuerlicher Nachforderungen.

Was kommt auf die Wirtschaft zu?
Ein weiterer Gesetzentwurf ist bereits in Arbeit, der den Schutz vor Manipulationen an elektronischen Registrierkassen sicherstellen soll und 2020 in Kraft treten wird. Bei Wirtschaftsunternehmen entstehen durch dieses Gesetz ein einmaliger Erfüllungsaufwand in Höhe von rund 470 Mio. Euro und jährlich ein laufender Erfüllungsaufwand in Höhe von rund 106 Mio. Euro. So das Bundesministerium für Finanzen. Demnach müssten Neugeräte im Wert von rund 405 Mio. Euro angeschafft werden und Altgeräte umgerüstet werden, was wiederum circa 22,5 Mio. Euro kosten wird. Das BMF schätzt dabei, dass es insgesamt 2,1 Mio. betroffene Geräte gibt, wovon rund 411.000 Geräte ausgetauscht und 1,7 Mio. Geräte umgerüstet werden müssten. Weitere rd. 17 Mio. Euro entfallen auf die Beschaffung des Sicherheitsmoduls für die Umrüstung und rd. 26 Mio. Euro auf Personalaufwand für die Umrüstung. Für Wartung und Support (z.B. Update der Kassensoftware) wurde ein Betrag von 50 Euro je Kasse und Jahr angesetzt. Bei einer Anzahl von 2,1 Mio. Geräten ergeben sich jährliche Kosten in Höhe von 105 Mio. Euro für die Wirtschaft.

Vielfach können bereits vorhandene Kassen und Kassensysteme durch Nachrüsten von Hard- und Software angepasst werden. Wer allerdings zukunftsuntaugliche Geräte ersetzen muss, für den hält der Fachhandel und auch Partner der abcfinance Kassensysteme aller Art bereit, neben elektronischen Registrierkassen auch PC-Kassen oder so genannte POS-Systeme für unterschiedliche Einsätze und in diversen Preisklassen.

Weitere Informationen
Sie sind betroffen und machen sich Gedanken zur Finanzierung? Sprechen Sie uns gerne an. www.abcfinance.de
Zum neuen Gesetzentwurf: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2016-07-13-registrierkassen.html

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